Hermine Glaser, 1952, lebt im Südburgenland.                                                                                                                                                                                                „Wie vor 100 Jahren entwickle ich meine Schwarzweissfilme selbst und stelle die Fotografien  in der eigenen Dunkelkammer her. Besonders gerne arbeite ich mit der Lithprint Technik – das ist ein spezielles Positivverfahren. An der Schwarz-Weiß-Fotografie fasziniert mich das Spiel von Licht und Schatten. Für mich bedeutet Fotografieren Anhalten der Zeit, Vergehendes bewahren für die Zukunft – das trifft vor allem auf das Dokumentieren alter Handwerkstechnik zu, einem Schwerpunkt meiner Arbeit.“

                                                                                                                                         hermine.glaser@gmx.at                                                                                                                            www.hermineglaser.com

 

Zu den Arbeiten Hermine Glasers schreibt die Autorin Petra Ganglbauer:

Die Fotoarbeiten oszillieren. Sie sind voll poetischer Aufladung, die, wenn man sie betrachtet, gleichsam einen seelischen Abdruck hinterlassen. Ein Rabenvogel, gerade noch im Flug, eine junge Frau im weißen Kleid in einem Garten, beinahe schwebend, der Saum des Kleides tief im Pflanzendickicht versteckt. Eine Frau und eine Wand einander durchdringend, jede für sich mit einer eigenartigen Transparenz ausgestattet. Ein Boden wächst ins Bild, die Decke neigt sich, Rundungen erzählen Geschichten, Licht und Schatten werden ungewöhnlich zueinander gesetzt.

Auch bei den Dokumentationen, wie etwa in den Zyklen über Schnapsbrennerei oder Blaudruck, sind ihre Arbeiten nie opak. Sie sind vielmehr zwischen den Sphären des Materiellen und des Immateriellen angelegt – Bilder, die selbst die vertrauteste Geste in etwas Geheimnisvolles verwandeln. Das, worum es geht, scheint stets hinter der Abbildung und zwischen den Dingen verborgen:  Das Unwägbare, Feinstoffliche, das Knistern der Zwischentöne. Die analoge Foto-Technik unterstützt diesen Zugang zur Wirklichkeit. Es ist, als sei die Welt mit einer Patina überzogen. Stets schwingt Vergänglichkeit mit.

Was zudem besticht, ist dieser außerordentlich klare, fast kühle Gestus in den Arbeiten. Eine Distanz, die ermöglicht, dass ihre Arbeiten ganz nahe an das innere Auge der BetrachterInnen rücken.